| 24.01.2012 |
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| Üben, stützen, korrigieren oder operieren? |
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Als der Vorfahre des Menschen anfing, aufrecht zu gehen, bildete sich im Laufe der Zeit der menschliche Fuß, so wie wir ihn heute kennen. Unsere Füße tragen uns den ganzen Tag, deshalb ist ein gesunder Fuß wichtig für unsere Lebensqualität. Hier kann zum Beispiel die richtige Schuheinlage schon hilfreich sein.
Die Einlagenverordnungen sind eine häufige Maßnahme im orthopädisch-chirurgischen Praxisalltag. Hier muss der verordnende Arzt in seiner Therapie verschiedene Faktoren berücksichtigen, wie zum Beispiel Alter und Beschwerden des Patienten, Art der Veränderung der Form, der Statik und der Funktion der Füße. Außerdem ist die Schwerpunktwirkung der Einlage zu berücksichtigen: soll sie stützen, korrigieren, betten oder entlasten. Im Zusammenspiel mit Orthopädietechniker /-in und weiterer Diagnostik - zum Beispiel Ganganalyse, Sohlendruckmessung, Gips- und Schaumabdruck - wird anschließend “die Einlage nach Maß“ geschaffen. Diese wird unter Einsatz modernster Fertigungstechnik aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Verwendet werden hier unter anderem Leder, Kork, Filz, Gummi, Giessharz-Carbon-Laminate und Kunststoffweichschäume unterschiedlicher Härtegrade.
Stimulierend für die Fußsohlen
In den letzten Jahren wurde in der Fachpresseimmer häufiger mit Begriffen wie “sensomotorische“ oder “propriozeptive“ Einlagen geworben und so bei Patienten und Ärzten Interesse geweckt. Unter diesem Oberbegriff werden Schuheinlagen verstanden, die auf verschiedene Strukturen der Fußsohle stimulierend Einfluss nehmen sollen, um dadurch Wirkung auf Haltung und Gang des Trägers zu entfalten - also eine Einlage. Einer der Urväter dieser Konzepte ist der französische Neurologe Bourdiol, der diese Einlagen bei verschiedenen Beschwerden und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates einsetzt. Der Theorie nach wird über die Stimulation der Fußmuskulatur ein Informationsstrom ausgelöst, der zu einer Änderung von Körperhaltung oder Bewegungsabläufen führen soll.
“Besonders bei Kindern hat dieser Ansatz einen besonderen Charme, denn im Wachstumsalter kann eine positive Wirkung auf verzögerte Entwicklungsvorgänge des Bewegungssystems und der Fußstabilisation genommen werden.”, so Stephan Biesenbach, Sportmediziner der Praxisklinik Remscheid. Neben vielen positiven Einzelfallbeschreibungen ist die wissenschaftliche Datenlage zu diesen Einlagensystemen aber dürftig. Dennoch sollten Anstrengungen unternommen werden, solche Systeme in Kombination mit physiotherapeutischen Maßnahmen und aktiven Eigenübungen weiter zu erforschen.
Artgerechter “Fußgebrauch”
Die operativen Therapieformen haben am Fuß in den vergangenen 20 Jahren einen rasanten Aufschwung genommen und dazu geführt, dass sich die Fußchirurgie zu einem Spezialgebiet entwickelt hat. Immer neue Operationsmethoden, Implantatformen und Materialen überschwemmen den Markt und machen es nicht leicht den Überblick zu behalten, was, wann und für wen die geeignete Methode ist. Nicht zuletzt deshalb sollte man auch die sachgerechte Einlagenversorgung im Auge behalten. Hier profitieren häufig Patienten mit den nicht seltenen fehl- und überbelastungsbedingten Vorfußbeschwerden. Wenn sich in Kombination mit einer Beratung zum artgerechten “Fußgebrauch“ Symptome über längere Zeit reduzieren lassen, schafft dies für den ein oder anderen Patienten Lebensqualität, Zeitgewinn und erspart mögliche operative Nebenwirkungen
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