
Harry Liedtkes Arbeitgeber, die Tanz- schule Koch, unterhielt schon länger gute Kontakte nach Remscheid, weshalb es fast logisch war, dass man das Institut Krumm & Schneider übernahm, als des- sen Inhaber aufhören wollten, und den jungen Assistenten als Geschäftsführer hierher schickte. Wie das Leben so spielt, schon nach ein paar Monaten hatte der Trainer Hans Helmut Koch Kniepro- bleme, und überließ das Unternehmen seinem treuen Mitarbeiter. Der hatte in- zwischen seine ehemalige Partnerin beim Schulabschlußball gefreit, und ge- meinsam betrieben Harry und Edelgard Liedtke ihre eigene Tanzschule. Zu- nächst noch auf der ersten Etage eines Gebäudes in der Elberfelder Straße, bevor 1962 in einer Baugemeinschaft das architektonisch immer noch beeindruk- kende Haus Konrad-Adenauer-Str. 7 ent- stand, bis heute das ständige Domizil der Tanzschule. Das Talent und der Charme der beiden Neu-Remscheider sprach sich sehr schnell herum. Neben renommier- ten Vereinigungen, wie dem Lions Club, alljährlich stattfindenen Gala-Bällen, bei denen immer die Schüler-Band “Black Birds“ aufspielte, den Remscheider Rah- men sprengte, entschieden sich die Liedtkes nach Solingen in das Theater und Konzerthaus auszuweichen. Jetzt konnte man endlich dem Tanz den ele- ganten und gebührenden Rahmen bie- ten. Das wurde auch von den Organi- satoren des Tanzsports anerkannt, wes- halb es bald usus wurde, dass die amtie- renden Weltmeister, sowohl in der Formation, den Standard- und den La- teinamerikanischen Tänzen, jedes Jahr mit ihren Auftritten den Ball zum Bal paré krönten. Stadtgespräch waren auch die immer wechselnden Bands der Ex- traklasse, wie z.B. die von Hugo Strasser, die für das ganz große gesellschaftliche Ereignis der Region verpflichtet wurden. Eine glanzvolle Ära, an die sich viele Menschen im Bergischen Land noch gerne erinnern, und die bis heute in Per- son von Harry und Edelgard Liedtke nachhallt. dem Rotary Club und großen Indu- strieunternehmen, kam “tout“ Rem- scheid und alles was Rang und Namen hatte zum Tanzunterricht. “Saturday Night Fever” und Gala-Bälle Es war die Zeit des Disco-Fiebers, und der Tanzlehrer-Verband ADTV hielt seine Mitglieder an, auf jeden Fall die beste Disco der Stadt auf die Beine zu stellen. Also brach auch bei den Liedt- kes das “Saturday Night Fever“ aus. Es war das Highlight in Town und alle strömten zu ihnen, um das angesagte rhythmische Zucken zu trainieren. Auch viele inzwischen sehr prominente Zeitgenossen waren darunter. Um nur einige zu nennen, Frank Plasberg aus Wermelskirchen, der Hart aber fair-TV- Mann, Jürgen Fliege, aus Radevorm- wald, jetzt etwas umstrittener TV-Pastor und Heide Rosendahl, auch aus Rade- vormwald, die ehemalige Olympiasiege- rin. Nachdem der Andrang zu den